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Dead Fingers: Samstag, 20. April 2013, 21 Uhr im Swamp


aktuelles Album: "Dead Fingers" (VÖ 26.10. 2012)

Taylor & Taylor oder The Taylors wären eigentlich naheliegende Namen für das gemeinsame Projekt von Taylor Hollingsworth und Kate Taylor gewesen. Stattdessen haben sicher der Gitarrist von Conor Obersts Mystic Valley Band und die Schwester von Maria Taylor für Dead Fingers entschieden und kommen mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum in diesem Frühjahr erstmals nach Deutschland.
Stilistisch bedient sich das mittlerweile auch privat liierte Duo aus Alabama der großen Bandbreite, die die amerikanische Musik zu bieten hat und vereint Indiefolk mit Blues und Country mit Rock'n'Roll - Americana im weitesten Sinne sozusagen. Allerdings verlieren sich die beiden nicht in den üblichen Retro-Gesten, sondern verdienen sich schon durch ihre Stimmen einen nicht zu unterschätzenden Bonus. Während sie stets lieblich und schüchtern harmonisiert, klingt er als würde Kermit der Frosch die Felice Brothers oder Bob Dylan imitieren. Ganz wunderbar funktioniert das in der Akustik-Folk-Nummer "Closet Full Of Bones", im piano- und bläserbeschwipsten Boogie "Against The River" und im bluesigen Doo-Wop "Lost In Mississippi". Zuweilen erinnert die Musik auch an die frühen, von Blues und Boogie beeinflussten Alben eines Rod Stewart, allerdings mit "verschmitzter Indie-Attitüde anstelle gekrähter Machismen", wie der Rolling Stone treffend formuliert. Was bleibt ist mustergültiger Folkrock, der in ebenso wohltemperierten wie lebhaften Songs seinen Ausdruck findet und ohne jeglichen Schwulst auskommt.