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Next Stop: Horizon: Freitag, 4. April 2014, 21 Uhr im Slow Club


neues Album: "My Harbour, My Home" (VÖ 14.03. 2014)

Pär Hagström & Jenny Roos aus Göteborg bilden das Gerüst der schwedischen Formation Next Stop: Horizon, deren Musik derart speziell ist, dass man ziemlich lange überlegen muss, um angemessene Referenzen zu finden. Indiefolk, Pop, Kurt Weill, Tom Waits, Vaudeville, Cabaret, Swing, Zirkusmusik, Balkan-Folklore, Soul und Gospel - die Einflüsse sind derart vielfältig, dass der Begriff "eigenständig" noch völlig untertrieben ist. "Einzigartige, anarchische und melodramatische Musik von bizarrer Schönheit, die auf seltsame Weise sowohl archaisch als auch absolut zeitgenössisch klingt," meint Tapete Records. Egal, auf jeden Fall eine der aufregendsten Bands, die mir in den letzten Jahren zu Ohren gekommen ist.
Kein Wunder, dass auf dem 2011 erschienen Debütalbum "We Know Exactly Where We Are Going" kein Song wie der andere klingt. So versprüht der Opener "Iron Train" mit seinem minimalistischen, schleppenden Schlagzeug und klirrenden Glockenspiel spröden Indie-Lo-Fi-Charme und schwebt auf einer Wolke aus verträumtem Gesang und Piano dahin. "Wild Escape" hingegen wird von einem Kontrabass und einem Jazzschlagzeug dominiert, die sich mit Pär Hagströms souligem Gesang duellieren. "She's a ghost" wiederum widmet sich der Balkan-Folklore samt obligatorischem Akkordeon, aber auch verziert von Klavier, Klarinette, Fiedel und Klezmer-Flair. Der Gesang klingt dabei meistens so weit entfernt, als wäre er durchs Telefon eingesungen. So oder ähnlich ließe sich die Beschreibung der Songs quasi endlos fortsetzen. Was Abwechslungsreichtum und Kreativität angeht, lassen sich Next Stop: Horizon jedenfalls nur schwerlich übertreffen, wozu auch das in der Popmusik eher ungewöhnliche Instrumentarium beiträgt.
Bei dermaßen unterschiedlich gestalteten Songs schaffen es Next Stop: Horizon dennoch, einen charakteristischen und komplett eigenständigen Sound zu kreieren. Stilistisch zwar zwischen allen Stühlen, bewegt sich das Duo soundtechnisch so zielstrebig, wie es der Titel des Albums verheißt und hat eine beeindruckend abwechslungsreiche und vielseitige Debütscheibe vorgelegt. Und die macht natürlich Lust auf mehr. Genauer gesagt auf das Nachfolgewerk "The Harbour, My Home", das im März diesen Jahres erscheint. Wer auf abgedrehte Ideen und echte Originalität steht, sollte sich diese Band keinesfalls entgehen lassen.