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O Emperor: Freitag, 14. September 2012, 21 Uhr im Great Räng Teng Teng


aktuelles Album: "Hither Thither" (VÖ 02.03. 2012)

Dass eine Indie-Band mit ihrem Debütalbum den sechsten Platz der nationalen Charts erklimmt, ist hierzulande nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Ganz anders sieht dies beispielsweise in Irland aus, wo den Indie-Folk-Newcomern von O Emperor eben jenes Kunststück gelang. "Hither Thither" heißt das Werk, das auf der grünen Insel bei einem Majorlabel erschienen ist, in der Kategorie "Album des Jahres" für den renommierten Choice Music Price 2011 nominiert wurde und in puncto Musikalität, Text, Instrumentierung und Arrangement einen unglaublich reifen Eindruck hinterlässt.                                                                                                                                                                                                                                 O Emperor sind kein hipper Hurra-Folk mit eindimensionalen Wurzeln und auch keine Musik am Puls der Zeit. Stattdessen verweist die Band geschickt auf den Soft-Rock der siebziger Jahre, perfekt austarierten Indierock, West Coast-Psychedelica oder fast schon klassischen Britpop. Da sind Klangfarben und Atmosphären, die sich innerhalb eines einzigen Liedes ständig verformen und wandeln, betörende und gleichsam zwingende Melodien, die sich trotz wechselnder Songwriter innerhalb der Band durch sämtliche Lieder des Albums ziehen. Und vor allem ist da immer wieder das Gefühl beim Hören, dass hier eine Band gerade ganz federleicht ihre eigenen Klassiker in den Kanon der Musikgeschichte hineinschreibt. Beeinflusst von klassischen Songwritern wie Neil Young und James Taylor, aber auch neuern Acts wie Midlake, Fleet Foxes oder Radiohead verknüpfen O Emperor nahtlos die verschiedensten musikalischen Traditionen mit eigenständigem und abwechslungreichem Songwriting, das schon durch die bereits angesprochenen unterschiedlichen Komponisten innerhalb der Band gewährleistet ist. Denn obwohl man Gitarrist Paul Savage und Pianist Philip Christie als federführend bezeichnen könnte, legen alle größten Wert darauf, dass die Songs stets ein Gemeinschaftsprodukt aller Beteiligten sind.
Nachdem O Emperor mit "Hither Thither" bereits 2010 ihre irische Heimat und U.K. im Sturm eroberten, wurde das Album Anfang des Jahres nun auch in Deutschland veröffentlicht und zumindest von einem Teil der hiesigen Medien durchaus enthusiastisch begrüsst. So attestierte zum Beispiel der Stern vor einigen Wochen einen "famosen Soundcocktail, der wunderbar betrunken macht und statt Kopfschmerzen nur glückselige Zuhörer hinterlässt." Ohne Frage ein bunt schillerndes Album, voller gut hörbarer Einflüsse, das dennoch eine ganz eigene Handschrift erkennen lässt und von der ästhetischen Schönheit jedes einzelnen seiner Teile lebt.