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Paper Beat Scissors: Donnerstag, 15. Oktober 2015, 21 Uhr im Swamp


neues Album: "Go On" (VÖ 14.08.2015)

Schon der Name Paper Beat Scissors lässt erahnen, dass dahinter ein alternativer, charismatischer Künstler stecken muss. Denn wie wahrscheinlich mag es sein, dass Papier gegen Schere gewinnt? Dies geht wohl nur in der Welt eines Musikers. Dieses Anderssein spiegelt sich schließlich auch in der Musik von Paper Beat Scissors wider. Die Figur hinter dem kanadischen Projekt heißt Tim Crabtree, dessen zweites Album den Titel "Go On" trägt und vor allem davon handelt, nach vorne zu blicken und immer weiterzumachen. Die Vergangenheit lässt sich nämlich sowieso nicht ändern, also warum weiter den Kopf darüber zerbrechen? "Oft brauche ich selbst eine gewisse Zeit, bis ich verstehe, um was es in meinen Songs geht. Es ist fast so, als würde ich sie schreiben, um herauszufinden, was in meinem Kopf vorgeht", sagt er. Und dieses Mal stellte Crabtree irgendwann fest, dass das Thema Bewegung in seinen folkigen Singer/Songwriter-Balladen immer wieder auftaucht - im wörtlichen Sinn, aber auch im Sinn von Neuanfang.
Mit Neuanfängen kennt sich Crabtree aus: Vor gut zehn Jahren siedelte der Brite nach Kanada um und machte sich schnell in der örtlichen Musikszene von Halifax einen Namen. Sein selbstbetiteltes Debütalbum sorgte in ganz Kanada für Jubelschreie. "One of the scene's most haunting singers and original songwriters" schrieb zum Beispiel die Ottawa Sun, während Paper Beat Scissors ein Jahr später auch die Musikliebhaber in Deutschland, Österreich und der Schweiz verzückte. Ganz bewusst nahm sich Crabtree anschließend Zeit, um die Stücke für sein zweites Album auszuarbeiten und machte sich daran, "für jeden Song die richtigen Musiker und das richtige Studio zu finden". So waren mehr als ein Dutzend befreundeter Instrumentalisten an den Aufnahmen beteiligt. Das Ergebnis ist laut Crabtree "viel ausgetüftelter als mein Debütalbum".
Im Zentrum steht nach wie vor seine ebenso eindringliche und gefühlvolle wie auch ungewöhnliche Stimme, voller Ehrlichkeit und Rauheit. Auch die feinfühlig gezupften Akustikgitarren, die hypnotischen Loops und kurzen experimentellen Einschläge, die schon den Sound des Erstlings ausmachten, sind nach wie vor zu hören. Doch zugleich beschreitet Crabtree neue Pfade und bietet vom Opener "Enough" mit seinen markanten Drum-Loops bis zu dem mit Klarinette und Marimba verzierten Titelstück spannende Sounds, vielschichtige Vocals sowie dezente Streicher- und Bläser-Arrangements. Wie auch immer, alle Songs beeindrucken durch einen starken kanadischen Einfluss und scheinen die dortige Natur mit ihren Wäldern, Seen und Bergen, aber auch mit ihrer Kälte widerzuspiegeln, die zugleich für ganz viel Wärme sorgt.