Talking To Turtles: Dienstag, 28. Februar 2012, 21 Uhr im Slow
Club
aktuelles Album: "Oh, The Good Life" (VÖ 19.08.2011)
Um eine "traumhafte Indie-Folk-Perle" (motor.de) handelt es sich
bei dem Leipziger Duo Talking To Turtles, das mittlerweile nicht
nur in Insider-Kreisen als neue deutsche Hoffnung in besagtem Genre
gepriesen wird. Das einstige Soloprojekt von Florian Sievers wächst
und wächst. Nach der Gründung 2008 holte er sich Claudia Göhler mit
an Bord und man nahm das Debüt in einem Berliner WG-Zimmer auf. Das
überzeugte Devidluck Records aus Hamburg und plötzlich fand man
sich an der Seite von The Strange Death Of Liberal England oder
Miss Li als Labelmates wieder. Für den Nachfolger zu dem
lo-fi-poppigen "Monologue" ging es über den großen Teich nach
Seattle in das Avast!-Studio, in dem schon Fleet Foxes, Death Cab
For Cutie, The Shins oder Soundgarden ihre Alben aufgenommen haben.
Die im Sommer letzten Jahres erschienene Scheibe trägt den Titel
"Oh, The Good Life" und wurde im Übrigen von Jonathan Warman
produziert, der als aufkommendes Juwel der dortigen
Produzentengilde gilt.
Mit "Oh, The Good Life" haben Talking To Turtles ihren intimen,
poppigen Indie-Folk-Rock ausgebaut, die Vorteile eines Studios
genutzt und damit ein dichteres sowie abwechslungsreicheres
Ambiente als auf dem Debüt geschaffen. Die zehn Songs klingen teils
sehr bombastisch und teils absolut minimalistisch. Der
Lo-Fi-Charakter wird durch Dynamik und einen vollen, kräftigen
Band-Sound ersetzt. Stetige Begleiter sind die beiden Stimmen von
Sievers und Göhler, die in ihren Gegensätzen aus leicht gepresst
auf der einen und zart auf der anderen Seite prächtig harmonieren.
Die Lieder balancieren zwischen kraftvoll und weich, zwischen Band
und Duo, zwischen großer Bühne und Schlafzimmer, wobei Talking To
Turtles eine beeindruckende Instrumentenvielfalt und
Experimentierfreude an den Tag legen. Verspielte Melodien und
schüchterne Arrangements stehen dem Duo ebenso gut, wie große
Chöre, Melancholie und eingängige Refrains.